I
Uiuiuiuiuiuiu! Mein Sohn will mich heiraten. Mich, den Fatter. Mich heiraten, mein Sohn? Hejraatu. Nu denn. Sigi wirds nich freun. Und Winnikot? Wird Ödipus schwul, nur weil der Fatter sMeconium wegwischte? Wen soll Ödipus morden, wenn nicht den Fatter, aber den will er ja grade heiraten? Uiuiuiuiuiuiu! Fint er den Weg zur Mutter? Zur Frau, die scheinbar in jeder Mutter? Wird er je Mutter fraun? Leidet Ödipus? Oder gar die Mutter? Ödipus, der die Mutter murkst, nachts, nachdem sie ihm den Fatter – der ja nur Name ist, von ihr eingeführt – genommen, verstossen, verjagt. Weil: Ein Mann isn Mann isn Männecken. Ha! Und der HErr wird zur FRau? Nur weil der Fatter – ganz nah der Haut, der sametweichen – mit Mandarinenöl? Umnamsen! Danach wern wir uns aufs Jobeljahr freun. Täter(ätätätätä)! Wern unsre Schuh juchten. Wern sie juchten, wichsen, ribbeln und glänzen. Lackstrahlend wir du.

Der Junge merkt, dass er einen Schwengel hat und der Fatter auch. Ha – und was nun, ich mein – im psüchologischn Sinn. Wird sein Pipi auch zum Vollzugsorgan oder eher doch nicht, weil sein Fatter?

„Achdu liebjer schönr Stengelschwengel du. Du ganz Range und vorallem Name. Du mein menschlich. Du meine Ordnung, mein Zeichen, Gesetz, Vicomte, Ursprung, Signifikant der Signifikantentanten. Bleib grade du, halt – zitterfiebernd – still du. Wasn Schwengelschwuchel du. Wasn Gans Grosser, Schöner, Harter. He, komvort. Mach nich schlapp du. Du Dwatsch! He, nurnich jetzt. Wern wir doch so gebraucht. Hättn ihn ja noch so gebraucht. Komm, Dusel, komm! Ich schmeichel du.“

Wird er das müssen, weil der Fatter nich? Weil die schon windelwudelweich sich anschmiegschäumten in warmem Wasser.

II
Es wurd nKind geborn. In Wassern rannen Erinnerungen fort, rann der Vater mein Gesicht runter und mengte sich mit Fruchtwasser. Swurd nKind geborn. Grünrosenrot. Hautschleimkässchmier. Habs angetupft. Habs weggewischt. Hastend Herzrasen. Am affenlangen Arm dich angeschmiegt. Mir zooM Herzen genommen.

Was, wenn dein Schädel aufbricht, Gewürm, Schlangen innendrinnen? Oder Gelatine? Eine Art Stiller Ozean aus Gelatine. Von einer Wand zur andern schädelschwappen Wasser. Keine Flaschenpost dadrinnen, keine Jolle, kein Nachen, nicht mal nOzeanriese.

Was, wenn du – Augenaufschlag – mich nicht kennst, nicht kennen kannst? Was, wenn schleimkotzend du die Nacht mich angsthadernd harren lässt? Windelwudelweich im Wasser. Meinbein, Deinbein. Meinanderbein, Deinanderbein. Meinbauch, Deinbauch. MeinnAbel, DeinnAbel. Meinarm, Deinarm. Meinanderarm, Deinanderarm. Meinpimmel, Deinpimmel. Ein Finger pult an meiner Brustwarze und presst Dellen. Wasser sammelt sich wie inem Priel. Und meanwhile is das schon EIN Anlass zu einer Klage.

Schreitag. Krämpfe. Jedes Wort ein Kleinteil Hass. Deine Wut Gerinnungsfaktor 0. Kaum verraucht, schlotet und feuert dein Zorn weiter Unflat ärger als n Dom. Jede Nichtigkeit bezahl ich mit protuberanten Ausfälligkeiten. Deine Nägel ritzkratzen meine Haut. Gravieren meine Unzulänglichkeit tiefer ein. Tiefer, als ichs verschmerzen könnt?

Bin Sesselkleber. Sitz vorm Fenster. Müd, meine Netzhaut zieht, brennt und sticht, draussen donnern 40 Tonnen vorbei. Rotrandig stier ich raus. Im Blick nichts als Sehnsucht nach Nichtigkeit. Könntst abhaun, verduften. Würd sesselkleben. Du Wankeschritt, du Wanktänzelgang, holperdistolper. Schalkgrinsen im Auge. Holperdistolper, leicht wie nBlatt. Plattgefahren! Würd sesselkleben, so müd.

Haut rinnt in meine Armbeuge. Deine Haut. Rinnt. Mir. Sohlen fingerfahrn über meinen Hals und slîfan Stoppeln. Augen fliessn übern Rand. Und: Finger (k)nitten. Salz dir sKinn.

Deine Haut wird faltig. Schuppen falln dir in nBlick. Du starst grün zur Welt. Sklerotisch knackst du Bein über Bein, nichts in hant (ge)smogen. Rasselhustend bleichst übern Weg. Wirst giern? Nur weil der Fatter nich? Wirst nHolz reinmachen, nlaschen Propfen? Bläst eineR rein? Bläst dir eineR nSchwimmgurt, nSchwimmstecken? Nu.

III
Vor mir Wald. Stämme glattglänzend. Helles Grau. Licht! Ein Wald, ‘so still, daß Niemand hindurchgehen konnte (er müßte denn mit geweiteten Augen und gewinkelten Armen auf spitzen Füßen hindurchbalancieren; (und vielleicht so einwachsen! Eine unsinnige Lust ergriff mich, Derjenige zu sein…).’ Hallo Arno! Wie gehts in Weilaghiri? Noch immer faun?

Derjenige zu sein! Twinkelnd die Augen, Arme übern modernd Waldboden. Einzwei Sonnenstreifen – nur – dämmern die Holzschlucht. Der Gertel, entfallen. Watten schluckt der Wald, der im Dämmer steht. Schluckt Tritt. Unbesohlt (der Tritt). Zehen grabfurchen feucht. Eine greift flüchtig dHand. Hascht. Eine sticht und reust nFuss.

Ein Spiel? Greifen knothautig Beinumbein. Eine Hand schiebt sich unter grindige Haut. Weiss nich, wie mir wird. Sjuckt und zieht. Luftkräusel flie(g)n unters Kinn. Schmalgereckt. Risse. Ach, feinspalten Risse. Auf meiner Haut. Hautporen weiten sich und von drinnen her wirft was Erde raus. Kleine Kegel überziehn nFinger. Leichtes Ziehen. Zwischen Mittelfingerknochen und Vene spriesskeimt n erstes Blatt. S’ist, als flössen Wasser durch Adern. Durch Röhren? Wasser rInnen. Leis Frösteln. Haut kräuselt Huhn. Nur Wallungen im Geblüt. Ohne Brennen, ohn Stechen, leicht kitzelnd nur ziehts unter der Haut und faltet zu feingeädertem Blatt sich.

Aus der Tiefe, weichmetallen, sanft, Zug um Zug höher (Wasser gurgelt im Schuh), über die Wipfel, Kronen. Unten Gestrüppvorhang. Dahinter der Milchmann, nGertel zwischen den Zähnen. Aus der Tiefe, Zug um Zug – stringendo – zu dir. Perle um Perle schnürt einer hoch und höher, weich, hinhauchend weh weh weh. Die Nacht verliert sich. In der Kälte verliert sich die Nacht. In der Kälte der Nacht, der Mordnacht verliert sich wer. In der Kälte der Nacht verliert sich wer, wird Blatt, Zweig, Ast, Stamm, Borke. Aus der Tiefe der Nacht, der Kälte der Nacht des Raums verliert sich. Verliert sich und wird. Wird: Herzrauschen, Ohrsausen, Klang, nicht Name. Klangfluss, vom Ursprung noch vom Ende nicht. Leis hauchen Flöten, brisen. Abgesang recitativo. Luft. Hauch. Dumpf.

Feines Blätterrascheln. Ein Kleiber humpelt – kopfvoran – meinen Bauch runter, der sich mehr und mehr grindig schuppt. Meine Haut faltet sich borkig. Rinde zieht zäh die Lenden runter bis unters Knie. Zug um Zug höher meine? Arme. Aus noch so feinen Hautritzen spriessts. Noch ist unklar, ob von einer Jelänger Jelieber oder einer Fagus purpurea. Noch ungezähnt. Nierenähnlich. Ist das der Übergang? Meine Niere Zentrum einer Jelänger Jelieber, einer Fagus purpurea? Ein zweites blutorangen. Ich Fagus purpurea.

Der Milchmann hinter mir. Seine akeleiblauen Augen kugeln aus nHöhlen. Worauf? Still trottet nWeg henlanc. -: »Du Sau. Du Mistscheisser! Nimm sFüdle usem Gring! Hueretammisiech! Chotzgruusighimutruurige Siech!« -:Wie mir wird. Kaum Luft. -:Die Hosen, die der hat. Guttuch. Der kommt immer näher. -:»Suchst was, oder was? Jetzt. Da nimm! Da hesches!« NFäustel über nSchädel. Schnell den Gertel. Werd Zeuge, wie der Milchmann Still erMordet. Mit mGertel. -: Liebevoll fahr ich ihm geschliffen die Halsschlagader hoch und nieder. S’ritzt und zieht, wenig nur. Beklemmend, wie still er daliegt. Einzwei Blutstropfen quellen langsam aus mSchnitt. Klaff ihm die Kehle. Mach ihm nLoch, damit er wieder zu Atem kommt. Hilft alles nicht. Wie still der. Mir graust der Baum. Wie der da schweiss- und blutverklebt. Blutblätter! -:Umschling ihn. Streichel, Blatt um Blatt, sein fiebernd Gesicht. Seine Augen fahrlichtern sehschlitzig. Röchelt. In meinem Arm. In meinem aschgrauen Astarm. Von weit her säult nWolke näher und labt mich. Mich. Fagus Purpurea.

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